Aus dem Dorf
Illegale Müllentsorgung in unseren Wäldern
Dreist und heimlich. Die Wald Müllentsorger!
Rund um Eringerfeld wird immer wieder Müll im Wald abgeladen – meist nachts, mit Anhänger oder Kombi, und an Stellen, die man von der Straße aus nicht einsehen kann.
Das Muster ist oft gleich: Asphaltierte Wege führen tief in den Wald, dort gibt es abgelegene Ecken, die niemand sieht.
Wer sie kennt, lädt in wenigen Minuten ab und ist wieder weg, bevor jemand etwas bemerkt. Was bleibt, ist ein Müllhaufen mitten in unserem Wald.
Dieser Beitrag erklärt, welche Strafen den Verursachern drohen, wen ihr informieren solltet, wenn euch etwas auffällt – und was man in Geseke und Erwitte kostenlos abgeben kann.
Was Verursachern droht
Wer Müll im Wald ablädt, riskiert Bußgelder von bis zu 100.000 Euro – bei gefährlichen Abfällen oder drohenden Umweltschäden sogar eine Freiheitsstrafe.
Landesforstgesetz NRW
Müll im Wald abladen, auch Grünschnitt (Ordnungswidrigkeit) Bußgeld bis 25.000 €
§ 69 Kreislaufwirtschaftsgesetz
Abfälle zur Beseitigung unerlaubt ablagern (Ordnungswidrigkeit) Bußgeld bis 100.000 €
§ 326 Strafgesetzbuch
Gefährliche Abfälle (z. B. krebserzeugend oder explosionsgefährlich) oder Mengen, die Boden, Wasser oder Tiere nachhaltig schädigen können (Straftat) bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe
Das sind Höchstbeträge. Was im Einzelfall fällig wird, hängt von Art und Menge des Mülls ab. Wird der Verursacher ermittelt, kommen in der Regel die Kosten für das Aufräumen hinzu. Außerdem können Gegenstände, die zur Tat benutzt wurden, eingezogen werden.
Wird niemand erwischt, zahlen wir alle: Die Stadt Geseke hat schon 2018 erklärt, dass die Kosten für die Beseitigung illegaler Ablagerungen über Steuern, Gebühren und Beiträge auf alle Bürgerinnen und Bürger umgelegt werden.
Wen ihr informieren solltet
Beobachtet ihr jemanden beim Abladen, ruft die Polizei unter 110; einen später entdeckten Müllhaufen meldet ihr der Stadt Geseke. In beiden Fällen helfen Fotos und Fahrzeugdaten am meisten, denn ohne Hinweise auf den Verursacher laufen Anzeigen gegen Unbekannt häufig ins Leere, wie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald berichtet.
- Ihr seht gerade jemanden abladen, vor allem nachts: Wählt den Notruf 110. Außerhalb der Dienstzeiten der Stadtverwaltung verweist auch die Stadt Geseke auf die 110. Haltet Abstand und greift nicht selbst ein. Merkt euch Kennzeichen, Fahrzeugtyp und Farbe, Zahl der Personen und die Fahrtrichtung.
- Ihr findet später einen Müllhaufen: Meldet ihn dem Ordnungsamt der Stadt Geseke, Telefon 02942 500-160, E-Mail ordnungsverwaltung@geseke.de. Einen Umweg über eine Ortsverwaltung braucht es dafür nicht, die Stadt ist der direkte Weg.
- Es sind große Mengen oder auffällige Stoffe wie Fässer oder Kanister: Fasst nichts an und informiert zusätzlich den Kreis Soest als Abfallbehörde, Telefon 02921 30-0.
- Gehört der Wald einem privaten Eigentümer oder einem Forstbetrieb, gebt dort ebenfalls kurz Bescheid.
Diese Angaben gehören in jede Meldung:
- Genauer Ort, am besten mit dem Standort aus der Karten-App des Handys
- Datum und Uhrzeit, bei späteren Funden der Zeitpunkt der Entdeckung
- Art und ungefähre Menge des Mülls
- Fotos von der Fundstelle, ohne den Müll zu verändern oder wegzuräumen
- Wenn vorhanden: Kennzeichen, Fahrzeugbeschreibung und Personenbeschreibung